In diesem Winter ist viel passiert, allen voran: Streik (Stichwort Campus Management und BA-Probleme), Veränderungen an der Satzung für Prüfungsangelegenheiten SfAP[?] (Maluspunkte, enge Fristen und Abgabe-Termine) etc. Aber lest selbst:
Ein heißer Winter
Es ist zwar rein meteorologisch gesehen eine kalte Jahreszeit gewesen, aber dennoch ging es im AS
[?] und an der Uni insgesamt heiß her: In vergangenen Semester wurde wieder einmal gestreikt – und zwar nicht durch die Müllabfuhr sondern durch uns Studenten. An den Fachbereichen Jura und WiWi mögen wir davon nicht soviel mitbekommen haben, im AS und vor dem Präsidium allerdings wurden die studentischen Proteste um so deutlicher. Es ging um Campus Management, neue starre Fristenregelungen für das An- und Abmelden zu Lehrveranstaltungen und ungewohnt unflexible Abgabefristen von Hausarbeiten etc. Es ging um die Probleme, die richtigen Kurse wählen zu können oder überhaupt durch Reinschnuppern diese richtigen zu finden – oder alternativ vermeintlich(?) zwangsweise in nichtgewollte Module gesteckt zu werden. Es ging aber auch um so profane Dinge wie eine drohende Überbelastung der BA-Studierenden.
Was ist dazu zu sagen? Richtig dabei ist natürlich in aller erster Linie, daß die Proteste und Beschwerden zu großen Teilen schlicht zutreffend und berechtigt waren. Einzig die Form war nicht immer die passende. Ich will jetzt gar nicht darüber diskutieren, ob ein Studi-Streik überhaupt sinnvoll sein kann, es geht mir mehr um andere Begebenheiten: Auch wenn das Präsidium für einige Beteiligte der große Buhmann war und sicher seinen maßgeblichen Anteil an den kritisierten Entscheidungen hat, so ist immer noch der Akademische Senat das Herzstück der universitären Entscheidungsfindung; sprich was immer das Präsidium an großen Änderungen will, muß es dieses im AS vorbringen und „abnicken“ lassen. Also ist es folgerichtig, daß sich die Proteste auch auf diesen Bereich, sprich die Sitzungen des AS, ausweiteten. So kam es, daß wir – zu Gast bei der Anorganischen Chemie, weil der HFB umgebaut wird – durchaus öfter mit interessierter Öffentlichkeit tagten. Allerdings verhielt sich diese Öffentlichkeit nicht ganz so, wie es etwa im Bundestag üblich und gefordert wird, nämlich ruhig.
Eine völlig passive, einzig zuschauende Öffentlichkeit ist aber auch – zumindest aus meiner Sicht – gar nicht nötig. Es kann durchaus sinnvoll sein, eine AS-Sitzung mit „Gremien-Externen“ oder in Form einer „offenen Runde“ zu erweitern. Was aber darüber deutlich hinausgeht und nicht gerade eben sehr zielführend ist, – wenn man denn wirklich eine konstruktive Einflußnahme auf die Entscheidungsträger, also die akademischen Senatoren beabsichtigt und nicht nur Pöbeln um des Pöbelns willen – das ist das massive Stören der Sitzung durch anhaltende, laute Zwischenrufe, Pfeifen und dergleichen oder das apodiktische und unnachgiebige, an Nötigung grenzende Fordern nach noch mehr Öffentlichkeit der Sitzung!
Es mögen im Zuschauerraum noch einige Stühle frei gewesen sein, ja, aber im Ernst: Was da von draußen akustisch hereindrang, ließ teilweise nicht gerade auf eine friedliche Teilnahme schließen, so daß die Entscheidung des Präsidiums, die anwesende Öffentlichkeit reiche aus, durchaus nachvollziehbar erschien. Andererseits ist das Ausschließen der (studentischen?) Presse auch nicht wirklich überzeugend gewesen.
Und wo ich das gerade anspreche: Öffentlichkeit der AS-Sitzung bedeutet NICHT, daß jeder dabei sein kann (es geht nämlich um die Verhinderung von „Geheim“-Sitzungen!) oder gar jeder zu Wort kommt – das ist bei einer derart großen Masse an Betroffenen schlicht nicht möglich. In solchen Situationen ist es geeigneter und schlicht notwendig, daß einzelne stellvertretend für die Menge sprechen. Und diese Stellvertreter, das müssen (auch wenn es das System einer parlamentarischen Mitbestimmung genau so vorsieht) nicht unbedingt die gewählten, studentischen AS-Mitglieder sein – das können zu einzelnen Themen auch ad-hoc-Vertreter der direkt Betroffenen sein.
Allerdings gilt auch hier: Es kann schlicht nicht jeder reden und es wäre durchaus sinnvoll, wenn sich die Betroffenen zumindest auch mal vorher an ihre gewählten Vertreter wenden würden. Nur so können die Probleme und Wünsche in einer Weise an diejenigen herangetragen werden, die letztendlich nunmal die Entscheidungen fällen. Und wie man gegen Ende der Sitzung sah, waren diese durchaus an den Erfahrungsberichten (die natürlich nur exemplarischer Natur sein konnten) interessiert und es konnten die Probleme des studentischen Alltags mit den neuen Regelungen und Campus-Management den Damen und Herren Senatoren nahegebracht werden: So könnt Ihr etwas erreichen; mit Krawall hingegen schwächt Ihr nur die eh schon schwache Position der studentischen Mitglieder im entscheidenden AS!
Aktuelle Regelungen fürs Sommersemester
Der AS hat nun auch einige Neuerungen beschlossen: Zum einen wurden die kritisierten Fristenregelungen zwar nochmals festgeschrieben, aber dafür in Teilen flexibilisiert. Zum anderen wurden schlecht gewählte Instrumente abgeschafft. Alles in allem ist die aktuelle Neuregelung aber nur ein Übergangsmodell, ein „kleiner Wurf“; im Sommer soll es zu möglicherweise umfassenden Änderungen oder gar „Reformen“ am System der Bachelor-Studienbedingungen kommen. Meinen obigen Wunsch aufgreifend die Bitte an alle: Wir werden uns daran machen, Euch über aktuelle Veränderungen zu informieren, gebt Ihr uns im Gegenzug bitte Resonanz! Schreibt uns, was konkret geändert werden müßte, was man wie besser regeln könnte etc.! Nutzt dafür unsere E-Mail-Adresse oder kommentiert und diskutiert aktuelle Meldungen in unserem Blog!
Was ist nun geändert worden? Die sog. zeitgesteuerten Maluspunkte gehören nunmehr offiziell der Vergangenheit an! Dafür gibt es nun verbindliche, zentrale Fristenregelungen für die An- und Abmeldung und für Notenvergabe – Fristen, die sich aber etwa daran orientieren, ob Ihr eine Note im nächsten Semester für eine Veranstaltung schnell benötigt (dann frühe Termine) oder eben nicht. Im einzelnen findet Ihr die neuen Regelungen in meinem Kurzbericht aus dem AS
hier in diesem Blog.
Und eines noch zu einem großen Problempunkt: Grundschulpädagogik, bislang nur als „Nebenfach“-Modul wählbar und damit einzig nach Note vergeben, soll BA-Kernfach werden! Man sollte dann also auch über die Wartezeitregelungen (siehe der AS-Bericht im letzten DEFO-Info) an die Grundschule kommen können.
Rahmenkonzept Masterstudiengänge
Nunmehr existiert an der FU auch für die Masterstudiengänge ein Rahmenkonzept, an dem sich die Fachbereiche orientieren sollen. Eine wichtige Klarstellung konnte erreicht werden: Der Zugang zum Master soll zwar neben dem obligatorischen Bachelor zwingend auch von „weiteren besonderen Zugangsvoraussetzungen“ abhängig gemacht werden. Diese sind aber klar benannt: „jene Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die erforderlich sind, um den Masterstudiengang erfolgreich absolvieren zu können“. Gemeint sind also echte inhaltliche Anforderungen und keine formalen Notenspielerein.
Was sonst noch passierte
Allgemeine Berufsvorbereitung für Bachelor: Das Berufspraktikum wird nicht mehr benotet, damit wird in den Praktikumsmodulen auf eine Prüfungsleistung verzichtet.
Nachtragshaushalt 2006: Es wurde die Frage stellt, ob mögliche Risiken im Nachtragshaushalt teilweise nicht aufgeführt worden sind: mögliche Rückzahlung der Rückmeldegebühr aufgrund der aktuellen Rechtsprechung? Wenn die Rückzahlung erfolgen sollte, wer trägt die Kosten: Die FU oder das Land? Kanzler Lange erklärte: Es steht zwar nichts mehr in den neuen Hochschulverträgen, aber es gibt vom Regierenden Bürgermeister entsprechende öffentliche Übernahme-Zusagen.
WLAN: Der weitere Ausbau am Campus wird vorangetrieben. Es wird zudem am sog. DFN-Roaming gearbeitet: Dies bedeutet für uns Studierenden wir können u.a. an HU und TU, aber auch deutschlandweit mit unserem ZEDAT-Account an diesen anderen Unis ins WLAN gehen - momentan sollen die letzten Probe- und Testläufe laufen. Als weiteres arbeitet die FU an einem internationalen Roaming an europäischen Partnerunis.
Soviel für dieses Mal.
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