Wie wir bereits auf dem
letzten Gremienvernetzungstreffen erfahren haben, sollen wohl die PolSoz-Bibliotheken mit der UB zusammengelegt werden. Dabei soll, dem was ich dort gehört habe zufolge, der Bestand von 767.755 Bänden auf die Hälfte, also etwa 380.000,
reduziert werden!
Wir fragten uns nun natürlich - neben der Frage "muß das denn sein?" - auch "wohin kommen die Bücher"?
Zumindestens auf die zweite Frage scheint es nun Antwort zu geben. Der FU-Presseverteiler meldet:
Die Freie Universität unterstützt die Europäische Humanistische Universität (EHU) beim Aufbau ihrer Fachbibliotheken
Die Freie Universität Berlin wird die Europäische Humanistische Universität in Vilnius, Litauen, mit einer Bücherspende beim Auf- und Ausbau ihrer Fachbibliotheken unterstützen.
Bei den etwa 200.000 bis 300.000 Bänden handelt es sich um wissenschaftliche Literatur in westeuropäischen Sprachen, die vor der Wende erschienen ist, sowie um Zeitschriften. Die Bücher, die an die weißrussische EHU im litauischen Exil gehen, sind sämtlich Dubletten und im Bibliothekssystem der Freien Universität noch mindestens einmal vorhanden; auch von den gespendeten Zeitschriften werden Archivexemplare in gedruckter und elektronischer Form an der Freien Universität verbleiben.
Die umfangreiche Spende wird möglich, da unter anderem überzählige Exemplare aus Platzgründen und zur Schärfung des Profils [äh, aha!?] aus der Bibliothek des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften und des Osteuropa-Instituts aussortiert werden. Im Frühjahr wird ein Team eingesetzt werden, das die Bücher auswählt.
[
vollständige Pressemeldung]
Weitere Informationen finden sich im
Tagesspiegel:
Dem Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin (FU) könnte der Verlust einer halben Million Bücher drohen. [...] Das Präsidium sieht dies anders: Bisher liege lediglich eine Machbarkeitsstudie vor.
[...]
Doch solche „Dubletten“ sollen nun ausgesondert werden – Bibliotheksmitarbeiter rechnen mit rund 500 000 Exemplaren. UB-Leiter Ulrich Naumann nennt eine deutlich niedrigere Zahl: Danach müssen im Idealfall nur 200 000 doppelte Bände ausgesondert werden – und lediglich solche, die kaum nachgefragt werden. Im August-Papier der UB ist noch von 300 000 bis 350 000 Bänden allein aus den Fachbibliotheken die Rede.
[...]
Doch es geht nicht nur um Bücher. Vielmehr fühlen sich die zuständigen Gremien vom Präsidium übergangen. [...] Doch außer Dekanin Barbara Riedmüller sei niemand im Fachbereich in die Planungen eingebunden worden, klagt ein Kommissionsmitglied. Dies zeige den gegenwärtigen Wandel der FU – weg von den demokratisch gewählten Gremien, hin zu zentralem Management.
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