Schon in den ersten Semestern des Studiums hört man von hier und dort etwas von einem „
ERASMUS-Programm“. Was ist das? Nach genauerem Nachfragen erzählten eingeweihte Kommilitonen, das Programm sei ein Förderprogramm der EU für Studenten und Dozenten, die einen Auslandsaufenthalt planen.
Wie es nun einmal im Leben so ist, veränderte sich privat bei mir manches und man kam wieder auf den alten Gedanken eines Auslandsaufenthaltes zurück. Es war schon das 5. Semester angebrochen, alle großen Übungen waren bestanden und ich musste mir nur darüber in klaren sein, ob ich es wirklich wollte. Schließlich dachte ich: Wenn nicht jetzt, wann dann?
Zunächst durchforstete man das Internet um nähere Informationen zu erlangen. Nach einiger Recherche kam ich auf die Homepage des Studienbüros meines Fachbereiches. Hier gab es Informationen zu den möglichen Partneruniversitäten, wie das Bewerbungsprozedere von statten geht, sowie alle anderen wichtige Informationen betreffend des Erasmus-Programmes.
Mit dem Entschluss einen Auslandsaufenthalt einzulegen, waren wichtige Fragen verbunden. Wohin soll es gehen? Wie finanziere ich mir das? Wo wohne ich dort? Kann ich mich dort verständigen? Usw.
Nach genauerem Betrachten der Möglichkeiten, entschied ich mich schließlich für Griechenland. Warum? Wegen der Neugierde auf das Land, die Sprache, die Menschen, die Sonne und das Meer. Natürlich war auch die Entdeckung und Erforschung eines anderen Rechtssystems sehr reizvoll.
Die Wahl sollte jedoch gut überlegt sein. Hat man sich entschieden, so ist das Vorlesungsangebot zu durchschauen, welches auf der Seite der Gastuniversität einsehbar sein sollte. Nachdem das Wohin geklärt war, kam die große Frage der Finanzierung. Das Erasmus-Programm beinhaltet eine Geldförderung, die von bestimmten Voraussetzungen abhängt und erfahrungsgemäß für deutsche Studenten nicht besonders hoch ist, d.h. man kann davon beispielsweise nur seine Nahrungsmittel bezahlen. Die Wohnkosten und alles andere müssen jedoch selber getragen werden. Als Bafög-Empfänger hat man jedoch einen Anspruch auf Auslands-Bafög.
Zur Bleibe kann gesagt werden, dass man meist in Studentenwohnheimen der jeweiligen Gast-Uni unterkommt. Manche sind besser, manche schlechter. Daher wird es wohl oft preiswerter und besser sein, sich privat eine WG oder Wohnung zu suchen. Es sollte normalerweise nicht all zu schwer sein, etwas zu finden. Ich habe während des Sprachkurses in einem Wohnheim, im ersten Semester in einer Wohnung, für mich alleine, und dann im zweiten in einer WG gewohnt. Alle Unterkünfte waren echt in Ordnung (Es kann jedoch auch anders laufen!).
Nachdem man alle nötigen Papiere im Studienbüro abgegeben und das Bewerbungsprozedere erfolgreich hinter sich gebracht hat, bekommt man ein Schreiben mit der Aufnahmebestätigung in das Erasmus-Programm. Ab diesem Zeitpunkt ist es klar: „Ich gehe ins Ausland!“
Bis zum Tag der Abreise, ist die Zeit verplant mit Organisieren, Papierkram, Verabschieden und dem mulmigen Gefühl, bald ganz allein irgendwo im Ausland zu stehen und sich dort etwas beibringen zu lassen.
Am Tag X wendet man sich, sobald man endlich am Zielort angekommen ist, zuerst an das Erasmus-Büro der jeweiligen Gast-Uni. Dort bekommt man die ersten Instruktionen und notwendige Papiere und Unterlagen.
In meinem Fall gab es leider keine großartige Begrüßung, aber da ich schon vorher an einem Sprachkurs an der gleichen Uni teilgenommen habe, kannte ich bereits Leute, Gelände und die zuständige Verwaltung.
Hat das Leben in seinem Gastland erstmal richtig begonnen, so lernt man schnell viele Menschen in den Vorlesungen, auf dem Uni-Gelände, im Wohnheim oder in der WG und natürlich auf den berühmt berüchtigten Erasmus-Parties, kennen.
Neigt sich das Semester dem Ende hin, so rücken die Gedanken an die Abschlussprüfungen immer näher. Grundsätzlich müssen Leistungsnachweise erbracht werden. Es kommt jedoch darauf an, je nach Studium, ob man was anrechnen lassen kann oder will, sowie ob man nur die Förderungsvoraussetzungen erfüllen möchte. Dies muss jedoch individuell mit Hilfe des Studienbüros geklärt werden.
Spätestens hier sollte die hervorragende Arbeit des Studienbüros des Fachbereichs Rechtswissenschaft hervorgehoben werden, welches mir immer mit Rat und Tat zur Seite stand.
Die Heimreise, wie es auch nicht anders sein kann, war mit gemischten Gefühlen verbunden.
Zu Hause gelandet, musste ich erstmal wieder mit dem Studienbüro Kontakt aufnehmen, sowie die abschließenden bürokratischen Angelegenheiten vollenden.
Es war für mich eine sehr gute Erfahrung und ich würde es nur jedem weiter Empfehlen, der über ein Auslandsstudium nachdenkt.
Die meisten Probleme können mit Hilfe der Ansprechpartner an der Heim- sowie Gast-Uni, aber auch der Familie gelöst werden. Wichtig ist es, im Gastland keine Scheu vor dem Nachfragen zu haben, getreu dem Motto: Wer nicht FRAGT, der nicht gewinnt!
Ich hatte eine super Zeit! Man hat was fürs Studium mitgenommen, ein anderes Land und eine andere Gesellschaft gesehen und erlebt. Gekonnte Sprachen verbessert und Neue zumindest in Ansätzen gelernt, eine Menge Erfahrungen gesammelt und viel Spaß gehabt. Dass Sahnehäubchen ist natürlich, dass ich neue Freunde in ganz Europa gefunden habe.
Sandor Schwandt
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